Neustart
So schnell vergehen 6 Jahre. Älter, grauer, faltiger, aber am Leben und noch immer neugierig. Ich muss wieder loslegen. Unterwegs sein. Beobachten. Menschen, Tiere, Pflanzen und Gegenstände im Moment festhalten.
Gleichzeitig will da mehr raus. Ich werde schreiben. Vereinzelt sogar meine alten Texte zeigen. Keine Ahnung, wie viele von denen. Doch ich spüre, wie einige ausbrechen wollen. Mal schauen, wer den Kampf gewinnt. Peinlich und schlecht, voller Makel, aber von Herzen. Kopf über Herz, Herz über Kopf, das alte Problem.
Beim Durchstöbern meiner Festplatte habe ich so viele Texte entdeckt. Aus dunklen Zeiten. Verzweifelt, verwirrt, traurig. Sätze, die ich längst vergessen hatte. Worte, die mir fremd erscheinen und mich dennoch sofort in diese Zeit zurückwerfen. Obwohl ich ein starkes Schamgefühl beim Lesen empfinde, gehören sie zu mir. Sie sind Teil meiner Entwicklung. Sie haben mir damals geholfen nicht den Verstand zu verlieren. Deshalb sind sie es wert, geteilt zu werden.
Der fotografische Neustart beginnt ganz reduziert mit der Kodak Charmera. Das perfekte Spielzeug für kopfloses Knipsen. Spaß an der Leichtigkeit. Keine Theorie über Fokus, Blenden, Objektive oder Filme. Keine Nachbearbeitung oder Filter. Nur der alltägliche Augenblick. Meine Sichtweise auf die Umgebung. Pur, ungeschönt, echt.
Außerdem habe ich beschlossen ausschließlich vertikal zu fotografieren. Es ist kein Trend, sondern die Anpassung an unsere Konsumgewohnheiten. Der Blickwinkel unserer Zeit.
„Nichts ist so beständig wie der Wandel.“
Vielleicht von Heraklit von Ephesus, vielleicht auch nicht, wer weiß das schon. Mit Sicherheit schleicht sich das horizontale Foto in mein Portfolio früher oder später wieder ein. Alles nur eine Momentaufnahme, wie jeder Blogeintrag oder das Leben selbst.
❤
26. April 2026
